Die Bewohner einer kleinen Kreisstadt in der russischen Provinz erwarten sehnlichst den Besuch zweier Eisenbahningenieure aus der Grossstadt. Sie erhoffen sich Arbeit, Aufträge und Anschluss an die weite Welt – oder zumindest ein wenig Abwechslung in der täglichen Tristesse. Doch als die beiden Ingenieure samt Gefolge eintreffen, begegnen sie den Bewohnern mit spöttischem Hochmut. Die Provinz widert sie an. Also beginnen sie, um sich ihren Aufenthalt etwas erträglicher zu gestalten, ein kaltes manipulatives Spiel um die schöne Nadeschda, die Frau des örtlichen Steuerinspektors, und machen sich ein Vergnügen daraus, die gewohnten Verhaltensweisen und Machstrukturen der Kleinstädter zu hinterfragen, ja zu zerstören.
Barbaren ist eine tragisch-komische und bis heute aktuelle Farce über die Ausbeutung der Phantasie, enttäuschte Sehnsüchte und den Zusammenprall einer globalisierten, urbanen Welt mit den ausgehöhlten Traditionen und Werten der Provinz. Das Theater Biel Solothurn bringt das 1906 in Riga uraufgeführte Stück zur längst fälligen Schweizer Erstaufführung.
Maxim Gorkij gilt als wichtiger Vertreter des sozialistischen Realismus. 1868 als Alexej Maximowitsch Peschkow geboren, legte er sich, anlässlich der Veröffentlichung seiner ersten Erzählung, das Künstlerpseudonym Gorkij (der Bittere) zu. Bereits in jungen Jahren bewegte er sich in marxistischen Kreisen, 1898 kam er erstmals wegen revolutionärer Umtriebe in Haft. Auch seine ersten Theatererfolge am Moskauer Künstlertheater unter Stanislawski fallen in diese Zeit: Die Kleinbürger und Nachtasyl begründeten seinen weltweiten Ruhm als Dramatiker.
























